Dieser Roman ist die Geschichte einer Freundschaft. Eine Freundschaft, die im Zeichen der Poesie, aber auch der gemeinsamen Vorliebe für Scherz, Provokation und Skandal gewachsen ist. Eine Freundschaft, die zweifellos durch die revolutionäre Zeit, in der sie gelebt hat, angeregt wurde, einer jener kurzen und magischen historischen Momente, in denen alles möglich wird: die größten Gräueltaten und Leiden natürlich, aber auch die erhabensten Leistungen der Phantasie, die kühnsten Gedanken- und Gefühlsflüge.

Sergej Jessenin und Anatoli Marienhof lernten sich im Schicksalsjahr 1917 in Moskau kennen, und ihre Freundschaft dauerte, mit Höhen und Tiefen, bis zum 27. Januar 1925, dem Tag, an dem Jessenin sich das Leben nahm. Wie wir wissen, hat das Schicksal Jessenins im Leben und im Tod außerordentlichen Ruhm beschert: Die Legende von seinen Taten als „Rowdy“, als „Chuligan“, als Dichter, der die Menge seiner Zuhörer in Verzückung versetzen konnte, hält bis heute an, und sein Grab in Moskau ist immer noch mit Blumen bedeckt. Marienhof erzählt „ohne Lügen“ das junge Leben seines Freundes, das in kurzer, intensiver Zeit ausgebrannt ist, die rasende Suche nach Erfolg, den Hunger und die Kälte, den Enthusiasmus für das neue Leben und die ersten Enttäuschungen angesichts der eisigen bürokratischen Realität, die unmögliche Liebesbeziehung zwischen Jessenin und Isadora Duncan, das langsame, schreckliche Ende des Dichters, wie das vergebliche Rennen eines Fohlens, das mit einer Lokomotive, einem „Pferd aus Stahl“, konkurriert, vor der Kulisse der asiatischen Ebenen: eines der vielen Bilder, von denen die Poesie dieses Buches lebt.