Fernbeziehung

Dass Zeit sich in der eigenen, subjektiven Wahrnehmung verdichten und einem viel kürzer vorkommen kann, als sie tatsächlich ist, stellen viele Menschen fest, wenn aus Freitag auf einmal wieder Montag wird oder aus Urlaub ein ganzer Berg Arbeit, der sich inzwischen angesammelt hat. Doch nicht nur alltägliche Aufgaben und „pflichtlose“ Stunden geben sich in diesem strammen Rhythmus die Klinke in die Hand – auch die Liebe auf Entfernung erfährt so eine rigide Taktung.

„Hell, dunkel, hell, dunkel, Montag!“ So können diejenigen ihre Wochenenden beschreiben, die auch sonst eine Menge Zeit für Freunde, Familie und letztendlich auch für die Partnerschaft haben. Der Spruch bedeutet: Gefeiert, gesoffen, gepennt – und sonst? Na, gechillt eben. Nichts Besonderes. Nicht, dass ich Fan des übermäßigen Alkoholgenusses und des zugehörigen Katers wäre (zwei Katzen reichen mir schon aus, um zwei Leute auf Trab zu halten), aber einfach mal planlos in den Tag hineinleben kann auch was Entspannendes haben. Nur das tun, worauf selbst (und der Partner) Lust hat. Einfach mal die Zeit träge verstreichen lassen, das ist schon schwierig, wenn man eine Wohnung teilt oder sich jeden Tag sehen kann – und es wird so gut wie unmöglich, wenn man nur zwei Tage, also 48 Stunden, in der Woche gemeinsam zur Verfügung hat. Bei manchen sind es sogar nur 48 Stunden alle zwei, drei oder vier Wochen.

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